Das Lama wird reich

January 31st, 2010

I did it! Unermesslicher Reichtum, und das alles mit drei Unterschriften. Wie das? Nun, ich hatte noch nicht einmal die angedachte Gesangsausbildung begonnen, da kam mir unter der Dusche (oder war’s am Klo?) die größte und tollste Geschäftsidee der Welt und meines Lebens in den Sinn.

Weil ja so viele Fußballklubs (vor allem kleine) neuerdings gerne nach Investoren suchen, und ich schon immer einen Fußballklub besitzen (ja die Kombination klang auch für mich lange seltsam) wollte, habe ich beschlossen mir diesen Traum, schnipp und endlich, zu erfüllen. Meiner Bank sei Dank.

Die wirbt nämlich nicht nur mit „Erfüll’ dir deine Träume“, sie gibt auch Darlehen her, damit man sich die Träume auch leisten kann. Glücklicherweise war mein Traum zufällig ein solcher, der mit einem angemessenen Darlehen zu erfüllen ist.

Das angemessene Darlehen wies die stattlich runde Summe von fünfhundert Millionen Euro aus, die ich, zuzüglich zwölf Prozent Zinsen per anno, innerhalb der nächsten zwanzig anni zurückzahlen sollte. Und mit diesen fünfhundert Millionen Euro kaufte ich mir einen kleinen, hochverschuldeten Fußballklub in einer unteren Liga, mit einem Stadion, das schon bessere Tage gesehen hat – und noch mitten in der Innenstadt liegt.

Mein Darlehen überschrieb ich natürlich sofort der GmbH des Fußballvereins. Die besten Spieler des Klubs (soviele gute hatte der nicht) wurden gegen Ablösesummen an jeden verkauft, der dafür zu zahlen bereit war. Den Erlös strich ich als Return on Investment ein.

Danach wollte seltsamerweise keine rechte Ruhe mehr einkehren im Verein. Die Mannschaft fiel auf den letzten Platz zurück, es kamen kaum noch Zuschauer zu den Heimspielen und ich entließ zwei oder drei Trainer sowie den Platzwart. Letzterer war ohnehin ein freiwilliger Helfer, wurde aber soundso nicht mehr benötigt.

Ich verkaufte nämlich das Stadion – das sich wie gesagt in bester Lage befindet – an eine Investorengruppe. Die werden es niederreißen und Hotels oder Büros, jedenfalls Hochhäuser, vielleicht sogar eine Mall, bauen. Sie meinen, das passe besser dorthin. Mir soll’s recht sein, mit diesem hochverschuldeten Loser-Verein möchte ich nichts mehr zu tun haben. Über 500 Millionen Euro, kann man sich das vorstellen? Was für ein Missmanagement! Und dazu Tabellenletzter, Fixabsteiger! Früher wurden die Vereine, die auf Pump lebten wenigstens noch Meister. Welch sportliche Inkompetenz! Ich ziehe mich angewidert zurück – irgendwo in den Süden. Den Rest erledigt der Masseverwalter.

1. Anm. des Lamas: trauriger Weise auf tatsächlichen Ereignissen beruhend
2. Anm. des Lamas: noch trauriger, dass der erfundene Teil der Geschichte jener ist, wo ich die vielen, vielen Millionen aus dem Immobiliendeal einstreiche.

 

Das Lama auf Jobsuche

January 24th, 2010

(Lama-Job-Ideen revisited)

 

Jetzt war ich so lange Transporttier, und ich war es gerne. Doch die Zeiten ändern sich, so sagt man. Was natürlich stimmt, weil Zeit an sich ein Bewegungsmoment in sich hat. Nur die Zeit selbst ändert sich eher seltener, aber in der Zeit, in der Zeit stattfindet, da passiert meistens was, und das führt wieder zu Veränderungen. Aber das Wort Zeiten bezieht sich ja auch nicht so sehr auf die Zeit an sich, sondern auf einen bestimmten Abschnitt von Zeit, in dem etwas stattfindet, das diesen Zeitabschnitt charakterisiert und als in sich stimmig und abgeschlossen betrachtbar macht. Wie das Viktorianische Zeitalter in England, oder die Zeit der Römischen Republik, oder die Beat-Ära mit Gerry and the Pacemakers.

 

Für mich bedeuten sich ändernde Zeiten, dass ich kein Transportlama mehr sein darf, sein kann und sein will. Was zuerst war weiß ich nicht. Ich fühle Zorn, Wut und Trotz. Deshalb befinde ich mich auf der Suche nach einem neuen Job (und greife hiermit feierlich die alte Kategorie der Lama-Job-Ideen wieder auf). Eigentlich suche ich ja keinen Job, weil ich kein Transportlama mehr bin, sondern vielmehr weil es die Gesellschaft (screw you, bastards!) nicht entlohnenswert erachtet, wenn ich einfach nur ein nettes Lama bin. Auch meine dem Verfassen dieses Textes unmittelbar vorhergehenden Tätigkeiten, nämlich Weiser der Parkbank und Nicht-Ladendieb (ich war einkaufen und habe alles brav bezahlt) brachten mir weder kommeriziellen Erfolg noch gesellschaftliche Anerkennung ein.

 

Also sah ich mir nun einige Stellenangebote in Zeitungen und im Internet an, verglich sie mit meinen Vorstellungen von einem guten Job und verwarf sie gleich wieder. Denn die richtig coolen Dinge, für die wird gar niemand gesucht, für die auch recht coolen Dinge fehlen mir wiederum wesentliche Voraussetzungen, und die restlichen 95% betreffen Tätigkeiten von denen ich noch nie gehört habe, ich mir aber auch ganz und gar nichts gutes vorstellen kann.

 

Also bleibt es neuerlich an mir hängen, mir einen geeigneten und interessanten Beruf für mich zu ersinnen. So wurde ich übrigens auch Transportlama. Letzten Endes wurde ich doch von einer Stellenanzeige inspiriert. Der zufolge wurde nämlich ein back office assistent gesucht. Nun, das war ein klarer Fall der 95%-Was-ist-das-bitte?-Jobs – aber ich versuchte mir vorzustellen, was denn so ein back office assistent machen könnte. Dabei kamen mir meine zwei allerbesten Fähigkeiten in den Sinn. Erstens: sinnloses, allumfassendes Allgemeinwissen (auf den langen Reisen angeeignet). Und Zweitens: Kaffee kochen. Ja, das kann ich wirklich gut.

 

Nun geh ich mit der Idee eines „Kaffeeberaters“ von Firma zu Firma hausieren. Als solcher würde ich den Mitarbeitern Kaffebetreuung anbieten: also Kaffee kochen und Probleme besprechen. Ich wäre eine informelle Schnittstelle, ein Kummerkasten und ein Spitzel der Unternehmensleitung. Wer zu viele Pausen macht, wird notiert. Wenn ich in der Firma eine Position entdecke, die mir besser zusagt oder besser bezahlt wird – schwupp – schon ist die Kündigungsempfehlung verfasst. Hoppla, zu laut und zu Ende gedacht.

 

Sollte das nicht klappen, hab ich als peruanischer Katholik, oder sagt man katholischer Peruaner?, noch ein fall-back in der Hinterhand: ich belege ein Priesterseminar, mache die dazugehörige Gesangsausbildung und werde Pfarrer und Lead-Sänger einer Punk Band.

Sofern es meine Zeit erlaubt studiere ich vielleicht später Theologie, sattle auf Industrial um (möglicherweise auch Speed Metal) und werde Papst. Man soll ja Ziele haben, im Leben.

 

P.S.: Suche Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger. Proben jeden Dienstag von 17 bis 19 Uhr im Pfarrheim. Schau einfach vorbei oder mail an lama.guanicoe@gmx.at

Firmunterricht am Donnerstag entfällt. Näheres entnehmen Sie bitte dem Pfarrblatt.

eisbären

January 16th, 2010

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January 2nd, 2010

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December 30th, 2009

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zweihöckerkamel

December 21st, 2009

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Lama gegen den Klimawandel

December 10th, 2009

Als Präsident, Regierung und einziger Bewohner von Peruanisch-Lamaland habe ich selbstredend auch den Klimawandel (bzw. seine Verhinderung) als große Herausforderung unserer Zeit an die höchste Stelle im Staate übertragen: an mich.

Um dieser hochbedeutsamen Angelegenheit in ausreichendem und angemessenen Ausmaß entgegen zukommen habe ich in dieser selbstverständlichen Ehren- und Chefsache umgehend folgendes Gesetz erlassen:

 

Offizielles

GESETZBLATT

der Republik Peruanisch-Lamaland.

 

Langtitel

Gesetz zur Reduktion des CO2-Ausstoßes zur Folge der Verhinderung des Klimawandels und des Untergangs der Welt und von Tuvalu.

 

Kurztitel

GRCAVCUT

 

Präambel

 

Die Republik Peruanisch-Lamaland sieht sich in Einklang mit der 1833 vom Lama-Weltrat erlassenen und veröffentlichten „Erklärung der Ethik der Lamas in Bezug auf Umweltfragen“. Dem Zufolge bilden die Grundsätze dieser Erklärung auch die Eckpfeiler der Werte der Republik. Deshalb leistet die Republik Peruanisch-Lamaland auch auf dem Gebiet der Reduktion des CO2-Ausstoßes nicht nur ihren Beitrag im Rahmen der internationalen Gemeinschaft, sondern ist bestrebt hier eine internationale Vorreiterrolle einzunehmen.

 

So erhält die Republik Peruanisch-Lamaland von ihrem Hohen Präsidenten Lama Guanicoe, von dem alles Recht ausgeht, solange er nicht abgewählt wird – aber von wem den bitte?!, dieses vollsupere Gesetz:

 

 

 

§ 1 Geltungsbereich

 

Diese Gesetz gilt auf dem gesamten Staatsgebiet der Republik Peruanisch-Lamaland.

 

 

§ 2 Ausnahme der Geltung

 

(1) Es gilt jedoch nicht am 30. Juli jedes Jahres zwischen 15 und 17 Uhr. Sollte der 30. September auf einen Montag fallen, so gilt diese Ausnahme auch für den darauf folgenden Donnerstag.

(2) In Schaltjahren in denen der Aschermittwoch in den März fällt ist diese Ausnahme jedoch gegenstandslos.

 

 

§ 3 CO2-Grenzwerte

 

(1) Überschreitet der stündliche Ausstoß von CO2 auf dem Gebiet der Republik Peruanisch-Lamaland den Grenzwert von 2,53 Kilogramm so tritt ein Verbot der chemischen Bindung von Kohlenstoff und Sauerstoff in Kraft.

 

(2) Ebenso ist die chemische Bildung von Methan (CH4) und Kohlenmonoxid nicht mehr gestattet. Diese Stoffe sind anhand ihres CO2-Äquivalenzfaktors in den Grenzwert einzuberechnen.

 

(3) Am jeweils ersten Mittwoch eines Monats sowie an Tagen, die sowohl der vierte Tag des Monats wie auch ein Montag sind, ist ein erhöhter Grenzwert von 7,52 Kilogramm pro Stunde gültig. Dieser Grenzwert wird von § 2 Abs. 2 nicht eingeschränkt.

 

(4) Eine Aufrechnung der CO2-Ausstoßwerte ist für die die Stunden zwischen 6 und 18 Uhr zulässig. In diesem Zeitraum darf der durchschnittliche stündlich CO2-Ausstoß den geltenden Grenzwert nicht überschreiten. Wird der jeweils geltende Grenzwert jedoch von diesem durchschnittlichen stündlichen Grenzwert überschritten, so ist in den Folgestunden des Tages eine aliquote Reduktion des CO2-Ausstoßes vorzunehmen. Über das jeweilige Ausmaß dieser Reduktion können die Moleküle selbst entscheiden, solange um 22 Uhr 25 der durchschnittliche stündliche CO2-Ausstoß wieder unter dem Grenzwert liegt. Ist dies nicht der Fall, so tritt von 23 Uhr bis 5 Uhr des Folgetages ein Verbot der chemischen Bindung in Kraft.

 

 

§ 4 Verordnungen

 

Der Präsident ist ermächtigt den Grenzwert über Verordnungen anzupassen.

 

 

§ 5 Pflanzenschutzbestimmungen

 

Durch dieses Gesetz wird nicht beabsichtigt, den von Pflanzen benötigten Mindestgehalt an CO2 in der Atmosphäre zu unterschreiten.

 

 

 

Unterzeichnet am 17. September, im Jahre 1.

 

 

Lama Guanicoe

Präsident

 

 

Gegen die Wirksamkeit dieses Gesetzes können nun einige Einwände eingebracht werden. Die meisten davon betreffen vermutlich die Tatsache, dass mein Ausstoß an CO2 in der Atemluft sowie meine gelegentlich entzündeten Lagerfeuer in Verhältnis zur Welt-CO2-Verursachung bescheidene Relevanz genießen.

Von Seiten erfahrener Rechtswissenschafter wird vor allem die klare Formulierung und Eindeutigkeit des Gesetzes gelobt. Unverständnisse in der Rechtsanwendung oder gar unterschiedliche Auslegungen sind so gut wie ausgeschlossen. Von dieser Richtung erhalte ich auch die größte Unterstützung gegen die Behauptung einiger Naturwissenschaftler, man könne doch die Bildung von Molkülen nicht gesetzlich regeln. Klar kann ich: Erstens bin ich Präsident und zweitens stehen die Naturgesetze nicht im Stufenbau der Rechtsordnung. Schon gar nicht über meinen präsidialen Erlässen. Sollte dieses Gesetz jedoch nicht reichen, die Erderwärmung zu stoppen, verbiete ich eben den Temperaturanstieg.

Das Lama muss fliegen

December 4th, 2009

An der „Sicherheits“[sic!]-Schleuse, an der schon so mancher Fluggast Sonnencreme, Kugelschreiber, Insulin und Wohnungsschlüssel eingebüßt hatte, war das gerade zuständige Sicherheits[sic!]personal einen Moment lang nicht nur unterbezahlt, sondern auch unentspannt.
Grund dafür war eine Reisegruppe, die sich offensichtlich auf dem Weg zu einem Konvent der Ninja-Meister befand. Die Fluggesellschaft hatte hier scheinbar Bedenken, sie könnten auch Schwimmwesten und Air-Sickness-Bags (vuglo Kotzbeutel) zu Mord und Totschlag on a plane instrumentalisieren. Ich war mir zwar sicher, dass sie kraft ihrer Ausbildung dazu fähig seien, fand aber spontan keinerlei Gründe warum sie dergleichen tun sollten.

Als ich allerdings bemerkte, dass sich durch die Zögerlichkeit des Sicherheits[sic!]-Personals eine erhebliche Schlange an Menschen gebildet hatte, die nun alle um das rechtzeitige Erreichen ihres Fliegers fürchteten und folglich in bester Tradition Partei für die „Autorität“ - also die Flugsicherheit [sic!] ergriffen, fiel mir der ein oder andere Grund für Mord und Totschlag durchaus ein.

Die Wartezeit überbrücke ich am besten, indem ich euch (wer gerne König oder Kaiser oder Papst wäre kann auch Euch lesen) erzähle, wie es dazu kam, dass ich überhaupt ein Flugzeug nehmen musste:

Ich musste ein kleines Paket transportieren, kaum der Rede wert für ein Lama. Doch in diesem Fall war der Landweg – üblicherweise der praktischere, bequemere und vor allem, zumindest für ein ausgebildetes Transportlama, weitaus schnellere – nicht gangbar. Politische Unruhen in einer Region, die man als Nadelöhr des Landweges bezeichnen kann, erhöhten die Wahrscheinlichkeit erschossen, bombardiert oder gekidnappt zu werden über das erträgliche Maß hinaus. Die Grenzen werden des Weiteren zu beiden Seiten von paramilitärischen Truppen streng überwacht. Jeder Versuch mit meinem Päckchen Transit zu erbitten, käme dem Versuch Frodos gleich, ans Schwarze Tor anzuklopfen, um nach Einlass und dem Weg zum Schicksalsberg zu fragen. Freilich würde auch in meiner kleinen Lieferung eine magische Waffe für den jeweiligen Feind vermutet werden.

Ich könnte mir jetzt freilich für den weiteren Teil dieser Geschichte einen Autor suchen, der daraus den Piloten zu einer Action-Serie für’s Abendprogramm des deutschen Privatfernsehens schreibt - „Episode 1: Package Transit“, oder so. Dann könnte ich mich durchaus innerhalb von 45 Minuten unter Maschinengewehr-Salven und Befolgungung eines zumindest dramaturgisch funktionierenden Planes dann doch irgendwie durch die Krisen-Region in sicherere Gegenden schummeln. Vielleicht stürbe dabei ein mich begleitender, eng befreundeter Kollege, worauf mir, quasi als „Ersatz“ ein weibliches Transporttier wie zufällig begegnet, in das ich mich in weiterer Folge verlieben würde, was Ende der ersten Staffel entweder bei einem Rendez-vous oder vielleicht sogar im Bett enden könnte.

Ihr seht, es würde dann doch etwas zu kompliziert werden, mich hier volley in eine Action-Serie zu schreiben. Außerdem müsste ich dazu erst einen Autor, sowie die zu besetzenden Rollen, casten. Das könnte ich vielleicht sogar hier am Flughafen, aber ich hielt es dann doch für besser, noch ein bisschen die Handlung einer solchen Serie durchzuträumen, um die ansteigende Aggression ob der schikanösen Flugsicherheits[sic!]-Bestimmungen hintanzuhalten. Die Ninja-Reisegruppe musste sich mit Kabelbindern die Hände fesseln lassen, damit sie an Bord gehen können und nun diskutierte ein älterer Herr, ob er denn nicht eine Flasche Wasser mitführen könne, da er doch immer so schnell einen trockenen Mund kriege. Er demonstrierte sogar anschaulich mit einem ausgedehnten Zug, dass die Flasche keinerlei bedenkliche Substanzen, sondern lediglich „a guat’s Wasser von dahom, ned so a grausliches Kracherlzeug“ beinhaltet. Doch nix da – die Flasche wanderte in den Müll (unsere mit Abstand größte Produktionsleistung!). Ich denke allerdings die Diskussion um die Flasche sollte nur von seinem Gehstock, den er ebenfalls mitführte, ablenken.

Während sich eine Frau mit Gipsbein auf Krücken der Kontrolle nähert, flüchte ich wieder in meine neue Action-Serie, denn die Lust, nun doch – ganz entgegen meiner eigentlichen Absichten – einen Anschlag zu planen, nahm einen bedenklichen Platz in meinem Kopf ein. Schnell werde ich aus meinen Tagträumen von dem Gedanken gerissen, warum es den überhaupt „sicher“ ein sollte, eine in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelte Krisenregion zu überfliegen. Sollten wir notlanden müssen, hätte ich jedenfalls gerne ein paar kampfähige Ninjas neben mir.

fear… 3.1

December 1st, 2009

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fear… 3.0

November 29th, 2009

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fear… 2.0

November 27th, 2009

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fear…

November 26th, 2009

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wieder da…

November 22nd, 2009

nach Serverausfall.

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Wahl in OÖ

September 23rd, 2009


Auf Plakate kann man nicht soviel raufschreiben, weil es ja sonst nicht mehr zu erlesen wäre. Klar. Davon, ein bisschen extra Unsinn zu verbreiten hält aber auch Platzmangel nicht ab.

Die ÖVP nutzt zum Beispiel ihren Platz, um ihre Themen in möglichst großer Schrift zu positionieren. „Arbeit, Familie, Sicherheit“ steht dann auf den Plakaten. Schön, aber wie sie dazu stehen, verschweigen sie. Dafür – ja, klar, vermutlich. Und wie sie das erreichen wollen, das erfährt man nicht. Auch nicht was sie darunter verstehen, unter „Arbeit“ zum Beispiel. Gar Vollbeschäftigung? An einem Industriestandort in Zeiten der völligen Automatisierung? Na „Morgen! Morgen!“

Auf der Website wettert man noch ein bisschen gemäß Parteilinie gegen Gesunderheitsminister Stöger, der eine Steuer von 50% auf alle Kapitalerträge einheben will. „Sogar auf Sparbücher“, lautet das Bedenken. Aber natürlich auf Kapitalerträge, auf was sonst soll man den Steuern einheben? Noch mehr auf Arbeit? Oder gar auf „Familie und Sicherheit“, ist das die Plakat-Botschaft? Und natürlich auch auf Sparbücher, auf was den sonst? Wachteleier und Kavier vielleicht? Da kriegst du als Finanzminister ja nicht mal die jährliche Abschreibung für den Eurofighter zurück.

Der Pühringer schließt zumindest eine Koalition mit der FPÖ nicht aus. Die plakatiert – unter fürchterlicher Missachtung von Versmaß und Tatsachen – für die Gemeinderatswahl damit, dass jeder vierte Asylwerber „tatverdächtig“ sei. Ob es sich bei diesem „Verdacht“ um die Einschätzung des Spitzenkanditaten oder um die der Kronen Zeitung handelt wird nicht belegt. Auch worin die „Tat“ besteht, bleibt im Dunkeln. Die „Gute Tat jeden Tag“ werden sie aber damit aber kaum beim Wähler implizieren wollen. Dass sie in jedem Fall jegliche Verwaltungsstraftaten (Parkvergehen, öffentliches Urinieren) in ihren „Verdacht“ aufnehmen, dessen verdächtige ich sie dringend. Für Zeugen soll ein Täter ja überhaupt gern ein Ausländer sein, und wenn er definitiv blond war, dann vermutlich ein Deutscher. Auch die Polizei fragt ja danach, als ob man den Reisepass von dem Wildbrunzer gesehen hätte. Ein bisserl Vorurteil ist da überall dabei. Von einer rechtskräftigen „Verurteilung“ (also ganz offiziell gerichtlich ohne oder nach Ausschöpfen des Instanzenzuges) kann sowieso genauso wenig die Rede sein, wie davon, dass Asylrecht eine Kompetenz des Stadtrats wäre. Aber man braucht halt ein Thema, auch wenn man’s erfinden muss.

Lama: International

August 25th, 2009

(damit der Beitritt zu internationalen Organisationen wieder schmackhaft wird)

 

 

Den eigenen Wahnsinn darf man ja nie unterschätzen. Schon gar nicht wenn er sich in konkreten, laut ausgesprochenen Ideen offenbart. Wenn es sich dabei dann noch um eine vermeintliche Staatsgründung (inklusive erfolgreich verprasstem Weltbank-Darlehen) handelt, könnte das freilich Nachahmungstäter motivieren.

 

 

Andererseits aber könnte man auch Juan dem Alpaka begegnen, der mir stolz mitteilte, ebenfalls auf einem kleinen Stück Land zwischen Chile und Argentinien seinen eigenen Staat errichtet zu haben. Lediglich mit der internationalen Anerkennung hapert es noch, bedauert er, bevor er mich fragt, wie es denn um meinen Staat bestellt sei. „Faul“, antwortete ich – er ruhe quasi aufgelöst. Hat er das denn nicht gelesen? „Schade“, sagte Juan. Da aber teilfiktive Absichtserklärungen nicht rechtsverbindlich die Auflösung eines ganzen Staates mit sich führen, deutete ich Erwägungen an, mein Amt als Staatsoberhaupt – und -gründer – von Peruanisch-Lamaland wieder aufzunehmen.

Juan strahlte und schlug gleich die Gründung einer internationalen Organisation vor.

 

Wofür wäre sekundär. Wichtig ist nur: wir erkennen uns gegenseitig als Staaten an und sind eventuell cool genug, um dem einen oder anderen bestehenden Land den Beitritt (und damit auch das Akzeptieren unserer Pässe und Souveränität) schmackhaft zu machen.

 

 

Von der Idee war ich irgendwie begeistert. Delegierter des eigenen Landes in einer internationalen Organisation – und beides als Gründungsmitglied (und das auch noch von beidem) – hihi! – das hat was. Nur welche Organisation war einerseits cool genug, andererseits auch nicht zu aufwändig oder gar kompliziert? Auf internationaler Ebene für weiteres Konfliktpotenzial sorgen wollten wir darüberhinaus auch nicht. Brandstifter gibt es da schon zur Genüge.

 

Eine geographisch basierte Union schlossen wir gleich aus, dazu war die Entfernung zwischen unseren „Ländereien“ zu groß. Außerdem wollten wir schon wegen der internationalen Anerkennung niemanden von vornherein ausgrenzen. Ebenso war ein Militärbündnis nicht sinnvoll. Immerhin hatte jeder von uns ein Taschenmesser einstecken. Eine Union für Handel und Wirtschaft würde schon eher glaubhaft wirken. Leider ist die wirtschaftliche Tätigkeit unserer Länder eher bescheiden. Auf meinen Wiesen wächst zwar ein bisschen Hirse, deshalb gleich groß einen auf Big Player in einer Freihandelszone zu machen, hielt ich aber für übertrieben.

 

 

Wir verschoben weitere Pläne auf nach dem Essen. Wie es sich für Staatschefs gehört speisten wir in der nächstgelegenen Gaststätte, wo ich Juan auf das Nationalgericht meines Landes (Peruanisch-Lamaland, für alle die das bereits vergessen haben) einlud: Palatschinken mit Datteln. Es schmeckte ihm, worauf er erklärte Palatschinken mit Datteln ebenfalls zum Nationalgericht seines Landes machen zu wollen. (Kleine Mädchen, die es nicht ertragen können, wenn jemand anders das gleiche rosa T-Shirt trägt wie sie, hätten an dieser Stelle wohl einen Atomkrieg begonnen.)

 

Wir hingegen riefen voll des Stolzes die Internationale Palatschinken mit Datteln Vereinigung aus. Als erste Tätigkeit gaben wir unsere Gründung inklusive einer Rezeptvorlage öffentlich bekannt. Ob des grandiosen Geschmacks dieses Gerichts hatten wir bald über 200 Anträge um Mitgliedschaft zu bearbeiten. Einzige Tätigkeit der Organisation ist es, einmal im Halbjahr gemeinsam (an einen vorher zeremoniell bestimmten Ort) unser aller Lieblingsgericht zu verspeisen. Juan und mir (unsere Staaten werden längst nicht nur anerkannt sondern geradezu verehrt) wurde dabei von den neuen Mitgliedern der alternierende Ehrenvorsitz (mit Vor- und Nachschlagrechten) zugeteilt.

 

 

Leider hat der Zustrom an Mitgliedern eine Schattenseite: die Vereinigung ist viel zu mächtig geworden. Kleines Beispiel: Letzte Woche sagt ich zum einem Delegierten, der zufällig Premierminister persönlich war (wo’s gratis gutes Essen gibt kommt eben der Chef selber hin!), er solle doch seine Truppen aus diesem Land (ihr wisst schon, dieses dings dort) abziehen, sonst bekomme er keine zweite Portion (ich, der Ehrenvorsitzende Lama Guanicoe, hatte bei dieser Versammlung das Nachschlagrecht). Ihr werdet es nicht glauben: So schnell hatten noch nie ein paar tausend Soldaten ein Land verlassen.

Das Lama sagt „Danke!“

August 1st, 2009

Letzten Monat passierte ich nach einem langen und temporeichen Tagesmarsch an einer Wegkreuzung einen Gemüsestand. Der Betreiber war mir nicht bekannt, und dieser Umstand stellte, neben einem beachtlichen Hungergefühl und Gusto auf Gurken und Karotten, ein wesentliches Argument für einen Zwischenstopp mit Jausenpause dar.

 

Ich orderte also eine hungerstillende Menge besagter Karotten, Gurken und dazu noch ein bisschen Kraut für das Frühstück am nächsten Tag. Weil ihr müsst wissen, Krautfrühstück ist das Beste überhaupt für ein Transporttier. Kraut am Abend bekommt jedoch nicht nur mir verdauungstechnisch eher unwohl. Ich setzte mein gewohntes freundliches Lamalächeln auf, das mir – etwas merkwürdig – besonders nach und während erschöpfenden Transporttouren immer am besten gelang (hat sicher was mit Hormonausschüttungen zu tun). Der mir unbekannte Gemüseverkäufer packte das Kraut in ein Sackerl und wickelte Gurken und Karotten in Servietten, während ich mich daran machte zuerst meinen Geldbeutel und danach die entsprechende Menge Kleingeld zu suchen.

 

Als er mir das Gemüse übergab, sagte ich „Danke!“, wie man es halt macht, wenn man was kriegt und streckte im Gegenzug eine handvoll Münzen hinüber. Doch der mir unbekannte Standbetreiber lächelte nur, und sagte „Passt schon!“ - den handelsüblichen Zauberspruch um Gegenleistungen zu parieren. Nochmals sagte ich „Danke“, fügte ein „Wiederschau’n!“ hinzu, machte mich auf den Weg, biss in eine Karotte und überlegte, warum ich gerade Gemüse geschenkt bekommen habe. Die Karotte schmeckte hervorragend – saftig und leicht süß, und nicht holzig und bitter. Im Kohlsackerl fand ich keine Spuren von Drogen oder andere Schmuggelware, für deren Transport mich der nette Gemüsestandler hätte missbrachen können. Auch eine Art Marketingaktion schloss ich aus. Dazu ist ein Transporttier einfach zu sehr Laufkundschaft. Nein, das Gemüse ist mir einfach nur geschenkt geworden.

 

Beinahe schon war ich im nächsten Dorf, dem Bestimmungsort meiner heutigen Lieferung, da ging ich an einer Frau vorbei, die eine Scheibtruhe voller Nüsse führte. Die Nüsse müssten zu ihrem Onkel, dem die Konditorei im Dorf gehöre. Um sie dorthin zu bringen suche sie ein Lama. Der Weg zur Konditorei war etwas weiter, als jener zum Abnehmer meiner eigentlichen Lieferung. „Klar!“ sagte ich dennoch und sie kippte die Nüsse in einen großen Stoffsack. Ich lud auf, sie sagte „Danke!“ und fragte was es koste. So Universum, dachte ich, darauf läuft’s also hinaus und antwortete „Passt schon!“. Ins Dorf musst ich soundso, und bevor ich da einen mickrigen Extraposten für meine Einkommenssteuererklärung anhäufe, ist es so allemal besser.

 

Durch den Umweg zum Konditor und zurück wurde es Abend als ich ins Gasthaus kam. Ich nahm mir ein Zimmer. Die Dame an der Rezeption gab mir den Schlüssel, verlangte aber keine Vorauszahlung. Ich fragte sich danach. Sie schüttelte leicht den Kopf. „Morgen Früh dann?“ fragte ich. „Passt schon,“ entgegnete sie und ich sagte mit bestem Lamalächeln „Danke!“.

 

Nur eine Woche später war es dann offiziell: Ein freundliches „Danke!“ hat Geld als zentrales Austausch- und Steuerungsmedium abgelöst. Die gesellschaftlichen Strukturen verschieben sich zu Gunsten derer, die am besten lächeln und „Danke!“-sagen können. Verlierer sind, so erste Studien, jene, die horten, feilschen und sich trotz schwer Bronchitis und unter Einfluss starker Medikamente durch den Stau des Frühverkehrs quälen. Als zum freundlichen Lächeln naturbegabtes Lama bin ich sehr froh darüber. Geld ist doch eher was für Typen wie Silvio Berlusconi.

Das Lama macht Aus

July 25th, 2009

Am Anfang war alles super. Ruckzuck ging alles und erst waren es zwei, dann drei Websites, die mir pointierte Kommentare zum alltäglichen, allgemeinen Unfug der Welt lieferten. Sofort war ich fasziniert, denn gerade als Transportlama ist man doch des öfteren lange Zeit in Ländern mit höchst zweifelhafter Medienlandschaft unterwegs und da tun ein paar Berichte abseits von Boulevard-Journalismus und Staatszensur gut, auch wenn sie sich nur um den aktuellen Baustellenlärm unterm eigenen 2,5 Quadratmeterbalkon drehen.

 

 

Schnell wurde es mir zur Gewohnheit gleich nach dem Aufstehen nachzusehen, was denn die vier, fünf Leute über die globalen und lokalen Geschehnisse der letzten Nacht so denken. Irgendwie hatte ich dabei sogar das Gefühl, dass mein Reflexionsvermögen extrem wuchs.

 

 

Ein, zwei nette, lustige Leute kamen regelmäßig dazu, zu meiner ganz persönlichen Favouritenliste, weil die Altbekannten darauf verlinkt haben. Mittlerweile stellte ich auch schon selbst Berichte und Kommentare zu allen möglichen Sachen wie Transportrouten, Schlaglöchern, Regenzeiten und politischen Lagen auf meiner eigenen Lama-Seite ins Web.

 

 

Die Zeit zwischen Aufstehen und Aufbrechen wurde immer länger. Irgendwann einmal bemerkte ich, dass ich schon seit 2 Stunden mit meinem Netbook im WLAN einer kleinen algerischen Oasenraststation hänge, ohne überhaupt geduscht oder gefrühstückt zu haben. Später waren es auch schon mal drei oder vier. Beinahe wäre ich vor lauter Blog-lesen verhungert.

 

 

Nein, das war nur ein Scherz. Aber auf meine Lieferzeiten begann sich mein Internet-Ritual jedoch schön langsam negativ auszuwirken. Zuerst halfen noch lange Sprints, mit der Zeit kam ich schließlich immer wieder zu spät. Meine Transportfirma stellte mich deshalb nur noch Teilzeit an. Doch die Zahl der lesenswerten Blogs verdoppelte sich ebenso rasch. Wenn ich vier Stunden zum liefern unterwegs war und zwölf Stunden täglich auf diversen Websiten verbrachte, blieben mir nur noch theoretisch 480 Minuten Schlaf pro Nacht. Deshalb ließ ich mich schließlich von der Arbeit im Transportgewerbe ganz freistellen, damit ich ja keinen interessanten Blogeintrag versäumte. Mittlerweile ist dies schon kaum mehr möglich, auch wenn man sich 20 Stunden täglich durch die Weblogs und Twitter-Einträge klickt. Und hin und wieder muss auch einfach ein Kommentar meinerseits dazu, versteht sich.

 

 

Im 14. Jahrhundert konnte angeblich ein weiser Mann (gendermäßig ist das vielleicht schlecht formuliert, den historischen Fakten gegenüber wäre aber leider alles andere unglaubwürdig) noch theoretisch über den gesamten aktuellen Wissensstand seiner Zeit verfügen (also Gott hat höchstpersönlich die flache Erde in sieben Tagen in einer Teflon-Pfanne rauspaniert usw.). Etwa seit Galilei, Gutenberg, Kolumbus und der folglichen Erkenntnis, dass auch Chinesen, Araber und andere Völker zu Wissen kamen, gilt das jedoch als völlig unmöglich.

 

 

Da ich jetzt täglich mindestens 24 Stunden mit Blog-lesen zu bringen will schaffe ich es vielleicht innerhalb der nächsten 37 Jahre alles Wissen der Welt -inklusiver aller individuellen Meinungen und Gefühle – aufzusaugen. Wie ein Laplace’scher Dämon. Blog sei Dank.

hypocritical

June 15th, 2009

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Kurze Erklärung: hier

Außerdem haben Nilpferde ja gar keinen Zeigefinger!

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Von den Rängen wurden die Slogans der beiden Kontrahenten gebrüllt. Manche Zuschauer hielten Schilder in die Höhe. Der Hauptkampf des Abends stand bevor und sie waren nur deshalb gekommen. Ein Mann mit Anzug versuchte seiner Stimme Bedeutung zu geben, als er ins Mikrophon singend den Einmarsch der Akteure ankündigte. Mit breitem Grinsen, spitzer Nase, schwarem Barett und knapper blauer Hose tanzte „Enrique Cristiano Ernesto ‘Che’… - …Straaaache!“ zu Raptönen zwischen den Absperrgittern hindurch. Drei Finger streckte er in die Luft, das war sein Markenzeichen. Seine Fans erwiderten den Gruß. Geschmeidig tänzelte er durch den Ring, stieg auf die Steile. Seine Zähne und seine blauen Augen funkelten im grellen Scheinwerferlicht. Früher hatte er auch unter den Ringnamen „The Soldier“ und „The Dentist“ gewrestlet. Das Publikum johlte, die Scheinwerfer erfassten ihre Schilder, mit „Verbietet das Verbotsgesetzt“ und „Türkenraus“ feuerten sie ihn an. Schaumgummihände mit drei Fingern waren ebenfalls sehr beliebt.

 

 

Doch nun Stille, dann setzten Orgelklänge ein. „The Volksanwalt“ Stadler machte sich auf den Weg zum Ring um um den „Far-Right-Belt“ der EUW zu kämpfen. Auf seinem orangen Trägeranzug stand ein V. Er trug einen schwarzen Umhang und ein blaues Käppchen, ähnlich dem seines Gegners. „V wie Volksanwalt“ rief sein Fanklub. Grimmig fasste er seinen Gegner ins Auge, nachdem er behäbig durch die Seile stieg. Zwei Jahre sind vergangen, seit die beiden als „Burschi Boys“ gemeinsam antraten. Der „Screwjob“ der sie trennte war jedoch nur wenig aufregend.

 

 

„Freimaurer!“ brüllte „The Volksanwalt“ in die Menge, manche skandierten „Hai-der!“. Dann ertönte der Gong. Es war kein technisch anspruchsvoller Kampf, mit vielen versteckten Faustschlägen, Sympathisanten der beiden Gegner kamen an den Ring und lenkten den Referee ab. Vor allem der laute Auftritt von „The Fascist“ (vormals „The Dark Count“), der den „Volksanwalt“ als Tag-Team-Partner von „Che“ ersetzt hatte zog die Aufmerksamkeit von Zuseher wie Ringrichter auf sich, gerade als der „Volksanwalt“ seinen Gegner mit seinem harten „Mensur-Strike“ auf die Matte schickte. Während der Referee mit dem „Fascist“ diskutiert, befreite sich der „Che“ aus dem Cover, schlug auf den Volksanwalt ein und griff nach einem Holzkreuz, das er zur Verwunderung vieler mit zum Ring genommen hatte. Damit schlug er auf „The Volksanwalt“ ein und warf es aus dem Ring, gerade als der Referee sich wieder umdrehte. Der Sieg von Enrique Cristiano Ernesto „Che“ war nur noch Formsache. Zum Triumpf streckte er drei Finger in die Luft.